Bierstreit lässt Wirt schäumen
Einheimische bei Laternenfest ohne Chance?

von Jan Möbius, 22.08.06, 12:15h, aktualisiert 22.08.06, 12:16h Quelle MZ

 
Biergläser
In gut einer Woche fällt der Startschuss zum Laternenfest 2006. Ein neuer Betreiber, ein neues Konzept - das Volksfest verändert sein Gesicht. Doch im Hintergrund wird der Ton rauer. Halles Gastwirte kommen nicht in Feierstimmung. (Foto: dpa)
Halle/MZ. In gut einer Woche fällt der Startschuss zum Laternenfest 2006. Ein neuer Betreiber, ein neues Konzept - das Volksfest verändert sein Gesicht. Doch im Hintergrund wird der Ton rauer. Halles Gastwirte kommen nicht in Feierstimmung. Einige fühlen sich als Schlusslicht, weil sie in diesem Jahr bei der Vergabe der Stellflächen nicht berücksichtigt wurden.

Der Vorwurf an den Veranstalter Jürgen Kerber, dessen Firma „Jay Kay Event“ für 40 000 Euro die Rechte am Laternenfest bei der Stadt erworben hat: Über einen Mittelsmann gebe er finanzstarken, auswärtigen Gastronomen den Vorzug. Hallesche Wirte hätten auf die von ihnen eingesandten Bewerbungen weder Zu- noch Absagen erhalten. Einzig auf Nachfrage habe es geheißen: „Auf Auskunft brauchen sie nicht zu warten“, sagt Gastwirt Ralf B. (Name geändert).

Aus Angst davor, bei folgenden Veranstaltungen erneut chancenlos zu sein, wollte er nicht mit korrektem Namen erscheinen. „Ich habe mich unmittelbar auf die Ausschreibung beworben, sollte auch berücksichtigt werden.“ Als der Termin immer näher rückte, habe B. bei Kerber nachgehakt und die Auskunft erhalten: „Das machen wir selbst.“ Für Ralf B. stehe fest: „Das stinkt zum Himmel.“ Bekannt seien die Debatten auch beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband. Dessen hallescher Geschäftsführer Lutz Richter: „Das Problem zieht sich wie ein roter Faden durch Veranstaltungen in Halle.“

Dem widerspricht Kerber: „Wir haben sehr wohl hallesche Händler und Gastronomen bedacht. Der Anteil beträgt über 40 Prozent.“ Kerber räumt allerdings ein, dass es Geschäftsleute aus der Region gibt, die nicht berücksichtigt werden konnten. Kerber: „Darunter sind zwei, drei Leute, die sich nicht ins neue System einfügen wollten. Wir trennen Getränke- und Imbissstände klar voneinander. Beides zusammen gibt es nicht. Das wollten einige nicht verstehen.“

Kerber verwies auf ein weiteres Problem: „Einige Bewerber waren der Meinung, dass es die Stellflächen quasi umsonst gibt. Das geht natürlich nicht“. Er habe selbst Unkosten zu decken. „Und wenn Wirte 14 Tage vor dem Fest auf die Idee kommen, sich zu melden, tut es mir leid. Wir sprechen hier nicht von einem kleinen Dorffest“, so Kerber.


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